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SUMMARY:Nils Wogram Solo: "Bright Lights"
LOCATION:GZ Riesbach - Zürcher Gemeinschaftszentren
DESCRIPTION:<p><strong>NILS WOGRAM || BRIGHT LIGHTS </strong></p>\n<p>Eine 
 Posaune\, sonst nichts! Was zum Beispiel auf Klavier oder Gitarre längst
  zur Normalität gehört\, mutet auf der Posaune immer noch ungewohnt an
 \, um nicht zu sagen gewagt. Dabei hat diese andernorts ungewöhnliche Ko
 nstellation im deutschen Jazz durchaus Tradition. Albert Mangelsdorff und 
 Conny Bauer haben es vorgemacht und ihr Instrument auf mehreren stilpräg
 enden Alben und unzähligen solitären Konzerten als Soloinstrument pra
 ̈sentiert. Mit seinem Solodebüt „Bright Lights“ schließt Nils Wogr
 am nicht nur an diese große Tradition an\, sondern eröffnet ihr gleichz
 eitig völlig neue Perspektiven.</p>\n<p>Sein musikalisches Können muss
  Nils Wogram schon lange nicht mehr unter Beweis stellen. Mit seinen Bands
  Root 70 und Nostalgia hat er sich weltweit einen Namen gemacht\, in zahll
 osen anderen Projekten – unter anderem an der Seite von Simon Nabatov\, 
 Bojan Z. oder Michel Portal – etablierte er sich als charakterstarker Te
 am-Player. Er bringt zu Gehör\, was er selbst hören will. Im Vertigo T
 rombone Quartet oder im Duo mit Conny Bauer hat er bereits explizit den So
 und der Posaune gefeaturet. Trotzdem oder gerade deshalb war es nur eine F
 rage der Zeit\, wann auch Wogram sein Verhältnis zur Soloposaune postuli
 eren würde. Anders als besagte</p>\n<p>1</p>\n<p>Pioniere dieses Sujets 
 muss er sein Instrument nicht mehr im Verein der Soloinstrumente positioni
 eren\, sondern kann einfach spielen.</p>\n<p>Anders gesagt\, Wogram brauch
 t für die Musik von „Bright Lights“ keinen Beipackzettel mitzuliefer
 n\, warum er überhaupt ein Soloalbum aufnimmt. Er muss nichts beweisen\,
  braucht nicht Song für Song die spielerischen Möglichkeiten der Posau
 ne und deren improvisatorischen Ableitungen aufzufädeln\, sondern kann m
 unter und kurzweilig seine ureigenen Geschichten durchs Rohr blasen. Obwoh
 l sich Wogram ohne technische Hilfsmittel und Erweiterungen nur auf eine e
 inzige Klangquelle stützt\, ist seine künstlerische Maxime genauso int
 egrativ wie im Spiel mit einer großen Band. Jede Form von Dogmatismus ist
  ihm grundsätzlich fremd. Es geht auf „Bright Lights“ um die Einbezi
 ehung möglichst vieler gestalterischer Mittel und nicht darum\, gewisse 
 Parameter auszuschießen\, wegzulassen oder gar zu verhindern. <em>„Verm
 eidungsstrategien finde ich in der Musik anstrengend und künstlich“</e
 m>\, stellt Wogram klar. <em>„Ich glaube\, dass man die Posaune solo and
 ers hört als auf einem Bandalbum. In einer Band gibt es viel mehr klangl
 iche Abwechslung und eine Funktionsaufteilung\, die im Kontext von ‚Brig
 ht Lights’ von einem einzigen Instrument bedient werden muss. Ich wollte
  auf keinen Fall in die Falle der Selbstgefälligkeit tappen. Der Hörer
  soll nicht ununterbrochen vor Augen haben\, dass er nichts als Posaune ho
 ̈rt. Es geht um interessante und abwechslungsreiche Musik.“ </em></p>\n
 <p>Schon früher hat Wogram gelegentlich an Soloprojekten gearbeitet. Doc
 h seine bisherigen Programme basierten eher auf den improvisatorischen Geg
 ebenheiten des Instruments. Für „Bright Lights“ fand er einen neuen 
 Ansatz\, bei dem er sich stärker auf die narrativen Qualitäten seines 
 Horns fokussierte. Um diese möglichst breit zu fächern und abwechslung
 sreich zu gestalten\, drang er ungleich tiefer als zuvor in die Trickkiste
  der Posaune ein. Dabei stand immer die Frage nach den jeweiligen Gestaltu
 ngsmitteln für jeden einzelnen Song im Mittelpunkt.</p>\n<p>Dieser narra
 tive Aspekt bietet sich auf der Posaune mehr an als auf jedem anderen Inst
 rument\, denn kein Klangerzeuger kommt der menschlichen Stimme so nah wie 
 Wograms Spielgerät. Er weiß um diese Möglichkeiten und nutzt sie als 
 Chance. <em>„Der Charakter der Posaune ist extrem wandelbar. Ich mag es
 \, wenn die Posaune ihren Grundcharakter beibehält. Natürlich erliege 
 auch ich oft der Tendenz\, die Posaune so rein wie möglich zu spielen\, 
 aber ihr Charme besteht ja nicht zuletzt in der gewissen Rauheit und sprac
 hlichen Wandelbarkeit. Ich liebe es\, wenn die Posaune leicht melancholisc
 h und schmeichelnd daherkommt. Früher habe ich versucht\, Coltrane’s 
 ‚Giant Steps’ nachzuspielen. Das ist mir auch gelungen\, aber die Posa
 une ist eben kein Tenorsaxofon\, und man muss aufpassen\, dass der Charakt
 er des Instruments nicht in den Hintergrund gerät. Wenn der Ton mal nich
 t ganz gerade gelingt\, gehört das eben auch zu den Besonderheiten der P
 osaune.“ </em>Ganz bewusst spielt Wogram auch mit den Limitierungen des 
 Instruments. Wie im Freiflug überwindet er die Gravitation der Posaune\,
  aber statt sie zu negieren\, verwandelt er ihre relative Schwerfälligke
 it im Auftrieb der musikalischen Thermodynamik geschickt in einen fliegend
 en Teppich\, von dem aus seine Geschichten leicht und elegant wie Mauerseg
 ler zum Hörer herüberfliegen. Sein Spiel wird dadurch luftig\, bunt un
 d dreidimensional.</p>\n<p>Um zu erzählen\, was er mit der unbegleiteten
  Posaune sagen will\, braucht Nils Wogram auf „Briht Lights“ weniger a
 ls 40 Minuten. Es geht ihm nicht um sein persönliches Standing als Spiel
 er oder Virtuose. Wie auch in all seinen anderen Projekten tritt er mit se
 inem Ego ganz und gar hinter der Musik zurück\, was ihn wiederum als mus
 izierendes Individuum umso stärker macht. Genau diese Eigenschaft trigge
 rt die Stärke dieser Einspielung. Die spielerischen Fähigkeiten für 
 ein Soloalbum hätte der Posaunist freilich schon seit mindestens anderth
 alb Jahrzehnten aufgebracht. Es war und ist jedoch laut Wogram ein kontinu
 ierlicher Prozess selbstkritischer Lernarbeit\, alles in seinem Solospiel 
 wegzulassen\, was der musikalischen Erzählung im Wege steht. <em>„Man 
 muss sich bewusst sein“</em>\, so Wogram\, <em>„dass die Außenwirkung
  oft von der Eigenwahrnehmung abweicht. Es verlangt viel Selbstvertrauen\,
  um die Entscheidungen immer im Sinne der Musik zu treffen\, umso mehr\, w
 enn kein externer Produzent involviert ist. Manchmal bedeutet das auch\, r
 adikale Entscheidungen gegen die reine Musikersicht zu treffen. Und das mu
 ss man lernen.“ </em></p>\n<p>So anspruchsvoll dieses Soloalbum spieleri
 sch ist\, richtet sich Wogram mit dem Album jedoch nicht ausschließlich a
 n Posaunen-Gourmets\, sondern an Hörer jeglicher Couleur\, die einfach n
 ur Freude an musikalischer Fabulierlust aufbringen können. In diesem Sin
 ne ist „Bright Lights“ weder eine akrobatische Nummernrevue noch ein S
 howcase für die Posaune und schon gar kein retrospektives Kräftemessen
  mit seinen Vorbildern Mangelsdorff oder Bauer\, vor denen sich zu verneig
 en Wogram durchaus als Herausforderung für das Album empfindet. Mit eine
 m ganz einfachen Satz bringt er sein Credo auf den Punkt: <em>„Mir geht 
 es nicht um die Analyse meines Handwerks\, sondern einzig um künstlerisc
 he Substanz.“ </em></p>\n<p>Eine Posaune\, sonst nichts! Es gelingt Nils
  Wogram auf berührende Weise\, Grundvertrauen in seine eigenen musikalis
 chen Aussagen zu manifestieren\, sich zu seiner künstlerischen Herkunft 
 zu bekennen\, ohne zum Plagiat zu mutieren\, und damit neue Geschichten zu
  erzählen\, die in vertrauten Kulissen trotzdem nicht deplatziert wirken
 . Letztlich schlägt er mit „Bright Lights“ in Zeiten zunehmender Uni
 formität und Konformität eine starke Bresche für die schöpferische
  Kraft des sozial empfindenden Individualismus.</p>\n\nBoletos: https://ev
 entfrog.ch/de/p/konzerte/jazz-blues/nils-wogram-solo-bright-lights-7495451
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