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SUMMARY:Nils Wogram Nellie Hächler "Kairos" Album Release Concert
LOCATION:GZ Riesbach - Zürcher Gemeinschaftszentren
DESCRIPTION:<p><strong>Album Release Concert Kairos: "Eine Analyse Wichtige
 r Dinge"</strong></p>\n<p>Nellie Hächler: Text und Stimme\n <br>\n Nils W
 ogram - Posaune\, Melodica\n <br>\n Anna Trauffer – Kontrabass\, Glassha
 rfe\, Gesang\n <br>\n Philipp Schaufelberger - Gitarre</p>\n<p>&nbsp\;</p>
 \n<p><strong>Nils Wogram &amp\; Nellie Hächler im Zwischenraum von Jazz 
 und Poesie </strong></p>\n<p><strong>Ein Vater-Tochter-Projekt\, das keine
 s sein will: Nellie Hächlers Prosagedichte und Nils Wograms Musik begegn
 en sich mit zwei weiteren eigenständigen Musikerpersönlichkeiten in ei
 nem ungewöhnlichen Dialog von Wort\, Klang und Zeit. </strong></p>\n<p>D
 er Jazz lebt von temporären\n <br>\n Zweckbündnissen\, die man gern al
 s\n <br>\n Projekt oder Workshop\, im besten Fall als\n <br>\n Band bezeic
 hnet. In ganz wenigen\n <br>\n Ausnahmen geht diese Beziehung viel\n <br>
 \n tiefer. Einer dieser Sonderfälle ist das\n <br>\n Album „Kairos“ 
 mit dem Posaunisten Nils\n <br>\n Wogram und der Schauspielerin\,\n <br>\n
  Wortkünstlerin und Rezitatorin Nellie\n <br>\n Hächler\, denn hier ha
 ndelt es sich um ein Vater-Tochter-Projekt. Zugegeben\, das hat es\, wenn 
 auch selten\, schon früher gegeben. Das Besondere ist jedoch\, dass Nils
  Wogram und Nellie Hächler nicht zusammenarbeiten weil\, sondern obwohl 
 sie Vater und Tochter sind. Auf „Kairos“ finden zwei autarke Künstle
 rpersönlichkeiten zu einem Dialog\, um zu erzählen\, wozu sie noch nie
  Gelegenheit hatten.</p>\n<p>Kairos bedeutet im Griechischen soviel wie di
 e richtige Gelegenheit für eine Entscheidung. „Kairos“ von Wogram un
 d Hächler ist alles andere als die Fortsetzung der langen Jazz-Prosa- Tr
 adition aus deutschen Landen\, denn Nellie Hächler und Nils Wogram trete
 n im Verein mit Gitarrist Philipp Schaufelberger und Bassistin und Sänge
 rin Anna Trauffer als organisches Quartett an\, bei dem nur ein Mittglied 
 statt eines Instruments mit Erinnerungen und Beobachtungen spielt. Es ist 
 ein Talk der Generationen\, in dem völlig unterschiedliche Mittel gewä
 hlt werden\, um diesen Dialog auszutragen. Die Tiefgründigkeit dieses Au
 stauschs erschließt sich vielleicht nicht beim ersten Hören\, denn Nell
 ie Hächler hat die seltene Gabe\, große Gedanken in kleine Formate zu p
 acken. Das Faszinierende an „Kairos“ ist nicht die Allgemeingültigke
 it der hier auf mannigfachen Wegen skizzierten Gedanken\, sondern ihre sch
 einbare Beiläufigkeit. „Es geht bei den Texten um die Ambivalenz zwisc
 hen den kleinen Nebensächlichkeiten\, die einem im ersten Moment gar nic
 ht wichtig erscheinen\, die aber beim Schreiben zu einer immens wichtigen 
 Inspirationsquelle werden“\, hält die Alltagspoetin Nellie Hächler f
 est.</p>\n<p>Ursprünglich wollte sie ein Alphabet der wichtigen Dinge ab
 arbeiten und zu jedem Buchstaben einen Text schreiben. Von dieser Idee nah
 m sie am Ende Abstand\, aber der Spontaneität des ersten Impulses vertra
 ute sie auch für die finale Textauswahl. So kommt es zu pointierten Geda
 nken-Torsi wie „Eierkochen“\, „Sprichwörter“ oder „Pippi Langs
 trumpf“\, die an unverstellter Weltfreude kaum zu überbieten sind. Zuw
 eilen behält sie sich eine ganz kindliche Perspektive&nbsp\;vor\, die hi
 er keineswegs aufgesetzt\, sondern umso eindringlicher wirkt\, gerade wenn
  es auch um politische oder zutiefst emotionale Zwischentöne geht. Nelli
  Hächler lässt zu\, was sich viele andere nicht mehr zu sagen trauen\,
  weil ihnen die Poesie des Banalen abhandengekommen ist.</p>\n<p>Nils Wogr
 am arbeitete nicht mit Nellie Hächler zusammen\, weil sie eine Tochter i
 st\, sondern weil er von den Texten extrem angetan ist. Freilich wäre er
  auf anderem Weg womöglich niemals auf diese Texte gestoßen\, aber fü
 r Nellie Hächler kam sein Angebot einer Zusammenarbeit durchaus überra
 schend. „Selbst als Tochter schlägt man eine Zusammenarbeit mit Nils W
 ogram nicht aus“\, bringt sie ihre Verblüffung auf den Punkt. „Ich w
 usste\, dass er mir das Projekt nicht vorgeschlagen hätte\, wenn er nich
 t davon überzeugt gewesen wäre. Hätte ich das Gefühl haben müsse
 n\, er mache das\, weil ich seine Tochter bin\, und nicht\, weil er an mei
 ne Kunst glaubt\, hätte ich wahrscheinlich nicht zugesagt. Aber ich hatt
 e das Vertrauen\, dass er mich als souveräne Künstlerin ernstnimmt. Di
 eses Gefühl von Augenhöhe bestätigte sich durch das ganze Projekt.
 “</p>\n<p>Zwar lagen Wogram die Texte vor\, bevor er sich an die Musik m
 achte\, aber die Musik legt sich nicht auf oder unter die Texte\, die Text
 e bilden keine Funktion der Musik oder umgekehrt. Die Prosagedichte wurden
  nicht vorher eingelesen oder im Nachhinein in die Musik gemixt\, sondern 
 Musik und Text ranken sich in einer Doppelhelix aneinander empor wie Efeu 
 an einem Baumstamm. Wogram löst sich aus seiner Begleitfunktion komplett
  heraus und fängt die Welt in seiner Musik mit denselben Augen auf wie s
 eine Tochter. Es ist phänomenal\, wie sich die Übersetzungsprozesse gl
 eichen\, obwohl es sich hier nicht um Lieder handelt\, sondern um zumeist 
 gesprochene Texte\, die Texte bleiben\, und eine Musik\, die Musik bleiben
  darf. Doch gerade in dieser bewussten Polarität zweier unterschiedliche
 r Kunstformen funktioniert die Osmose von Wort und Klang umso besser.</p>
 \n<p>Wogram stellte sich beim Komponieren die naheliegende Frage\, wie er 
 die Texte auf einer nonverbalen Ebene bereichern könne. Welche Magie sic
 h dann in Echtzeit in einer Art Live- Situation Seite an Seite im Studio e
 rgibt\, lässt sich jedoch trotzdem nicht kalkulieren. Gerade aus der una
 ufdringlichen Metaphorik der Worte heraus fragte sich der Posaunist\, mit 
 welchen Musikern er in diesem Kontext Zeit verbringen möchte. Zeit ist e
 in zentrales Element in Nellie Hächlers antizyklischer Weltwahrnehmung\,
  und Zeit wurde somit auch für die Aufnahmen ein bestimmendes Moment. 
 „Für mich war von Anbeginn klar\, dass ich auch mit Anna Trauffer und 
 Philipp Schaufelberger eine intensive musikalische Beziehung eingehen mö
 chte. Sie bringen ihre ganz eigene Persönlichkeit ein und erhalten desha
 lb den Freiraum\, mit ihrer unabhängigen Sicht auf die Dinge zum Gelinge
 n des Albums beizutragen. Es handelt sich hier nicht um ein Duo- Projekt\,
  sondern um eine Gemeinschaft von vier hingebungsvollen Individuen“\, be
 tont Wogram. Die unvoreingenommene Elastizität im Zusammenspiel der drei
  Musizierenden ergänzt sich kongenial mit der inneren Freude und melanch
 olische Gelassenheit des Textvortrags. „Dieses Resultat beruht auf einer
  hohen gegenseitigen Wertschätzung aller Beteiligten\, die es überhaup
 t erst möglich macht\, dass man sich im Prozess vollends entspannen kann
 “\, postuliert Nils Wogram.</p>\n<p>„Kairos“ ist ein ebenso leidensc
 haftliches wie gezielt anachronistisches Bekenntnis zur Entschleunigung un
 d einem Freiraum für spielerische Fantasie. Dieses Album ist eine Heimke
 hr\, im Prozess der Entstehung\, wie beim Hören. Wenn man will\, kann ma
 n es Jazz nennen. Oder Poesie. Oder Jazz mit Poesie\, Poesie mit Jazz\, Ei
 erkochen\, Querflöte oder Antworten. Oder man kann sich einfach genussvo
 ll in wunderbaren Zwischenraum in Wort und Klang einrichten.</p>\n\nBoleto
 s: https://eventfrog.ch/de/p/konzerte/jazz-blues/nils-wogram-nellie-haechl
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