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LOCATION:Theaterstübchen Kassel
DESCRIPTION:18. Kasseler JazzFrühling\nDEADEYE: IN ORBIT\nVorab gibt es sc
 hon mal fünf Sterne für das sehr schöne Artwork des Digipaks\, für das
  Juliane Schütz verantwortlich war. Denn das macht neugierig auf den klin
 genden Inhalt. Der erweist sich vom ersten Ton an als hochenergetisch und 
 beglückt auch noch mit so einigen Referenzen an eines der wichtigsten Ens
 embles des Jazz-Rock-Crossover Ende der 1960er-Jahre: Schlagzeuger Tony Wi
 lliams‘ Band Lifetime\, in der Besetzung mit Larry Young und John McLaug
 hlin. Diese Ikonen werden hier gewürdigt von Gitarrist Reinier Baas\, Dru
 mmer Jonas Burgwinkel und Kit Downes an der Hammond-Orgel – wobei alle d
 rei aber als Musiker-Individuen ganz eigene Handschriften haben\, mit dene
 n sie die überwiegend von Baas und Downes stammenden Kompositionen extrem
  aufblühen lassen. Insbesondere Reinier Baas (* 1985 in Hilversum) strahl
 t hier mit einem sehr eigenwilligen\, kantigen Spielansatz\, integriert Ge
 räuschhaftes und Arpeggios in sein oft raues\, dann wieder lyrisches Gita
 rrenspiel. Fred Frith\, James Blood Ulmer\, Reinier Baas – diese Verbind
 ung spüre ich insbesondere in Skip James‘ „Hard Time Killing Floor Bl
 ues“. Und Baas ist ein absolut eigenwilliger Gitarrist\, dessen oft sehr
  rustikale Licks\, Lines und Begleittechniken eine ganz eigene Art von Ene
 rgie produzieren. Und diese Intensität ist auch noch da\, wenn er sich st
 ark zurücknimmt\, wie beispielsweise im Track „Michelangelo Antonioni
 “ von Caetano Veloso oder in seiner eigenen Komposition\, dem Album-Fina
 le „Low Gravity Gospel“\; und in „Deadeye’s Day Off“ haben seine
  Gitarrenlinien in Thema und Solo ein bisschen Attila-Zoller-Flair. Viele 
 Namen\, OK – aber worüber kann ich sonst erklären\, dass ich mich in d
 ieser Musik absolut zu Hause fühle? Und Reinier Baas ist bei all diesen s
 ubjektiv empfundenen Schattierungen ohne Frage ein gitarristisches Origina
 l mit expressivem Personalstil. Ich höre In Orbit jetzt zum vierten Mal u
 nd komme der Musik immer näher und näher. Die Band darf bei mir einziehe
 n.\nSeine 2016 erschienene „instrumentale Oper“ mit dem Titel „Reini
 er Baas vs. Princess Discombobulatrix“ und sein Album Mostly Improvised 
 Instrumental Indie Music (2012) wurden jeweils mit einem Edison Award ausg
 ezeichnet. Baas hat außerdem für die WDR Big Band\, das Metropole Orkest
  und das Pynarello Symphony Orchestra komponiert und gespielt\, ist Mitgli
 ed von Saxophonist Benjamin Hermans Punk-Jazz-Band Bughouse\, betreibt ein
  Duo-Projekt mit dem Saxophonisten Ben van Gelder und hat u.a. mit Free-Ja
 zz-Legende Han Bennink gespielt. Seine Deadeye-Mitspieler\, der Brite Kit 
 Downes (* 1986) und der in Aachen geborene Jonas Burgwinkel (* 1981) sind 
 ähnlich gefragteste Musiker derselben Generation – und hier haben sich 
 ohne Frage die Richtigen gefunden. Denn In Orbit ist ein absolut großarti
 ges\, wunderbar schräges Album\, eingespielt in Kölns kleinstem aber ori
 ginellsten Club Salon De Jazz\, aufgenommen von Clemens Orth an zwei Janua
 r-Tagen 2025.\nLothar Trampert gab 5 Sterne im JAZZTHETIK Magazin\n\nReini
 er Baas – Gitarre\nKit Downes- Hammond\nJonas Burgwinkel- drums\n\nBolet
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