
Deutsche Kammerschauspiele - Sophie & ich
Donnerstag, 11. März 2027 · 19:00Sauerland-Theater Arnsberg · Arnsberg
Beschreibung
"Wie sind die Wege, die man im Leben geht? - Es gibt nichts Unpolitisches, nur ein „entweder – oder“! (Sophie Scholl in: Sophie & Ich) Das Theaterstück „Sophie & ich“ von Ursula Kohlert handelt von einer Begegnung, die es nie gegeben hat, die aber möglich gewesen wäre: Was wäre passiert, wenn Traudl Humps (verh. Junge), die spätere Sekretärin Hitlers, mit der gleichaltrigen Widerstandskämpferin Sophie Scholl befreundet gewesen wäre? Es ist ein Stück über Schuld und Verantwortung, das die Frage nach dem Mitläufertum stellt. Ein Stück über den Mut zu erkennen und Entscheidungen zu treffen, und darüber erwachsen zu werden. Aber was heißt „erwachsen werden“? Hat das nur mit dem Alter zu tun? Sophie Scholl, die Widerstandskämpferin und Traudl Junge, die unkritische Sekretärin von Hitler: zwei junge Frauen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten? Anfänglich zumindest ähneln sich die Biografien der beiden: Traudl kam 1920 auf die Welt, Sophie 1921. Wie viele ihrer Altersgenossinnen waren beide zunächst begeisterte BDMMitglieder. Beide lebten zur selben Zeit in München - die Ballettschule von Traudl lag sogar in eben jener Franz-Joseph-Strasse, in der die Geschwister Scholl während ihres Studiums wohnten, was eine zufällige Begegnung auf der Straße durchaus möglich erscheinen lässt. Und mehr noch: Beide Mädchen interessierten sich für Biologie und schwärmten romantisch für die lebende Natur. Beide besaßen große Lebensfreude gepaart mit einem ausgeprägten Selbstverwirklichungs- und Freiheitsdrang. Aber die persönliche Entwicklung sowohl der Einen, wie auch der Anderen wurde massiv durch den Nationalsozialismus gestört: Sophie durfte nicht sofort studieren, sondern musste harten Arbeitsdienst leisten und Traudl wurde, trotz bestandener Tanzprüfung, die Kündigung als Bürokraft verwehrt. Auch wenn die weiteren Lebenswege sehr unterschiedlich verliefen, verführen die Ähnlichkeiten doch, Sophie Scholl und Traudl Junge zusammen zu denken. Was wäre passiert, wenn sie sich begegnet wären? Hätten sie Freundinnen sein können? Was hätten sie sich zu sagen gehabt? - Vor dem Krieg, und - wenn es möglich gewesen wäre - auch danach? Dieses Stück lässt Sophies mutigen Widerstandskampf und Traudls unreflektiertes Mitläufertum als extreme Positionen gesellschaftlichen Verhaltens aufeinanderprallen und ermöglicht so eine spannende Begegnung zwischen zwei besonderen Menschen, die verstehen lässt, dass niemand zum Widerstandskämpfer oder Mitläufer geboren wird, sondern, dass die persönliche Verantwortung jedes Einzelnen eine Gesellschaft gestaltet. Damals wie heute. In der Inszenierung von Annette Greve ist Jeanne Zaugg als Sophie Scholl und Kristina Schleicher als Traudl Humps zu sehen. Beide Darstellerinnen sind junge ambitionierte Schauspielerinnen, die ihren, in der Kunstbranche oft steinigen Weg gehen. Die Live-Musik von Thomas Parr unterstützt atmosphärisch und assoziativ die Szenarien. Ein Besucher schrieb: „...das Ganze ging mir unter die Haut und die live eingespielte Filmmusik könnte nicht besser passen...“ Die Autorin Ursula Kohlert wurde 1974 in Düsseldorf geboren. In ihren Stücken ist das Politische, Geschichtliche und das Private verbunden, besonders in "Sophie & ich". Aufführungsrechte: Drei Masken Verlag Zur Premiere, die am 12. März 2022 im Bürgerhaus Endingen stattfand, schrieb die Badische Zeitung: „Es gibt Theaterbesuche, die prägen sich für immer im Gedächtnis ein – Sophie & Ich von Ursula Kohlert in der Inszenierung von Annette Greve gehört mit Sicherheit dazu. Nach eineinhalb fesselnden Stunden gab es am Samstagabend im Bürgerhaus "Standing Ovations": für die grandiose Leistung der beiden Schauspielerinnen Jeanne Zaugg (Sophie Scholl) und Giulia Doreen Arteman (Traudl Junge), für die stille, unaufgeregte und deshalb umso eindrücklichere Inszenierung von Annette Greve und für das einfühlsame Gitarrenspiel von Thomas Parr. (…) Absolut sehenswert – die beiden Schauspielerinnen, die Inszenierung, das Theaterstück.“ (Badische Zeitung, 16. März 2022 / Ruth Seitz) Das Theater DEUTSCHE KAMMERSCHAUSPIELE mit Sitz in Endingen am Kaiserstuhl zeigt ein großes Repertoire in unterschiedlichsten Produktionsgruppen. Von der Bürgerbühne „StadtErlebnisEndingen“ bis hin zum barrierefreien Familientheater, Musical, Gesellschaftstheater und theater aktuell, bei dem gesellschaftsrelevante Themen der Jetztzeit auf der Bühne behandelt werden. Lesungen, Geschichtsführungen und DinnerSoireen runden das Angebot des Berufstheaters ab, welches sowohl in der historisch geprägten Kaiserstuhlstadt Endingen als auch auf Tourneen gezeigt wird. Die Regisseurin und Theaterleiterin Annette Greve studierte Theater-Literatur- und politische Wissenschaft an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und wurde in Tanz, Gesang und Schauspiel ausgebildet. Die Produktion „Sophie & Ich“ wurde im Jahr 2022 gefördert im Programm NeuStartKultur durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien.