musica viva - Riccardo Chailly - Wolfgang Rihm - 3. Abo
Freitag, 29. Januar 2027 · 20:00Prinzregententheater · München
Beschreibung
<p><strong>Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks mit Riccardo Chailly</strong></p><p>18.45: Einführung</p><p><strong>Programm<br></strong>Wolfgang Rihm [1952–2024]<em><br>Vers une symphonie fleuve IV<br></em>für Orchester [1997–98, Neufassung 2000]<br><em>Dis-Kontur<br></em>für großes Orchester [1974]<br><em>Sub-Kontur<br></em>für großes Orchester [1974–75] </p><p><strong>Mitwirkende<br></strong>Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks<br>Riccardo Chailly Leitung </p><p><strong>Zum Programm</strong></p><p><strong>Riccardo Chailly</strong> ist zu Gast bei der <em>musica viva</em> und dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks mit dem heftig aufbrechenden Orchester-Kosmos des jungen <strong>Wolfgang Rihm</strong>. Die freundschaftlichen Verbindungen beider, des Orchesters und des Dirigenten, mit dem zu früh verstorbenen Komponisten reichen in die 70er Jahre zurück.</p><p>Mit <em>Dis-Kontur</em> von 1974, seinem Kompositionslehrer Klaus Huber gewidmet, sorgte der damals 22-jährige Wolfgang Rihm für einen Eklat. Die düstere, brachiale und zerklüftete Musik in ihrer ungebremsten Expressivität schreckte das in Gebotenes, Verbotenes und Erlaubtes eingerichtete Establishment der Neuen Musik auf. Mit künstlerischer Freiheit, Offenheit und der Kraft des Ausdruckswillens opponierte Rihm dagegen. Gleiches gilt auch für das ein Jahr später entstandene Klangfresko <em>Sub-Kontur</em>, diesmal Karlheinz Stockhausen gewidmet. Rihms Devise, der »Intuition mehr zu vertrauen als der planenden Festlegung«, zeigt sich ebenfalls in <em>Vers une symphonie fleuve IV</em>, aber der heftige perkussive Ausbruch der Musik findet hier, angeregt durch den Gedanken des roman fleuve von Romain Rolland, zur Flußform, zum wogenden Klangstrom mit all seinen Strömungen und Strudeln: in allen nur erdenklichen Geschwindigkeiten inklusive greller Choral- und Tanzmusiksplitter.</p><p>Rihm selbst bezeichnete die bisweilen bedrohlich wirkende Musik als ein für große Besetzung komponiertes »magnetisches Feld«, in das immer wieder »Werke und Werkteile hineindrängen, die dort einer permanenten Metamorphose ausgesetzt sind, einem Weitergetriebenwerden, Aufgelöstwerden und wieder Zusammengefasstwerden«.</p>