Zum Inhalt springen
360expÖffentliche Beta
Anmelden
Zurück zu den Veranstaltungen
Catarina oder Von der Schönheit, Faschisten zu töten - Stückeinführung 19:30 Uhr; Nachgespräch
Darstellende Künste

Catarina oder Von der Schönheit, Faschisten zu töten - Stückeinführung 19:30 Uhr; Nachgespräch

Donnerstag, 17. Dezember 2026 · 20:00Zimmertheater im Löwen Tübingen · Tübingen

Beschreibung

Catarina oder von der Schönheit, Faschisten zu töten Tiago Rodrigues Deutsch von Niki Graça Premiere: 17. Oktober 2026 In dieser portugiesischen Familie gibt es eine sommerliche Tradition: Immer zum Jahrestag der Ermordung der Landarbeiterin Catarina Eufémia am 19. Mai 1954 durch Schergen der Salazar-Diktatur wird ein Faschist getötet. Die Familienzusammenkunft beginnt mit Essen und Trinken und endet mit der Erschießung des zuvor gekidnappten Delinquenten. Hier wird anscheinend Unrecht gerächt. Als sich die Tochter weigert, das Ritual fortzusetzen, da sie nicht mehr an die Logik der Vergeltung glaubt und an der Gewalt als ein legitimes Mittel zur Verteidigung von Freiheit und Demokratie zweifelt, beginnt eine komplexe politische sowie ethische Auseinandersetzung innerhalb der Familie. Das Stück stellt gewichtige Fragen, die unmittelbar unsere gesellschaftlichen Realitäten berühren. Was ist heute ein Faschist und wie funktionieren faschistische Rhetoriken? Was heißt heute eigentlich „politisch handeln“? Was hat eine wehrhafte Demokratie anzubieten, wenn Widerstand nicht in Gewalt umschlagen soll? Dürfen wir die Regeln der Demokratie verletzen, wenn wir nach anderen/besseren Wegen suchen, sie zu verteidigen? Besteht gegenwärtig nicht gerade die zentrale Herausforderung darin, „dass wir den Faschismus auf nicht faschistische Weise zu bekämpfen lernen“, so Eva von Redecker? Und welche zeitgemäßen und in die Zukunft weisenden Ästhetiken des Widerstandes kann hier das Theater formulieren? Tiago Rodrigues, geboren 1977 in Portugal, ist Schauspieler, Regisseur, Dramatiker und Produzent und seit 2022 Direktor des renommierten Avignon Festivals. Er hat in den letzten 20 Jahren mehr als 40 Aufführungen in über 25 Ländern geschaffen, gründete 2003 zusammen mit Magda Bizarro die Kompanie Mundo Perfeito und wurde 2015 Direktor des Teatro Nacional D. Maria II in Lissabon. Er wurde mit zahlreichen Preisen und Auszeichnungen geehrt, u.a. 2018 mit dem XV. Europäischen Preis für Theaterrealitäten, 2019 mit dem Titel „Chevalier de l`Ordre des Arts et des Lettres“ der französischen Republik sowie den Prémio Pessoa, dies ist die renommierteste Auszeichnung für Kunst und Wissenschaft in Portugal. „Catarina e a beleza de matar fascistas“ wurde 2020 von Tiago Rodrigues in Portugal uraufgeführt und gastierte vielfach in Europa. Die deutschsprachige Erstaufführung von „Catarina oder von der Schönheit Faschisten zu töten“ fand am 14.2.26 in der Regie von Mateja Koleznik am Schauspielhaus Bochum statt. Wir bieten unserem Publikum grundsätzlich nach jeder Vorstellung ein Nachgespräch an. Dazu werden wir Vertreterinnen und Vertreter aus der Tübinger Stadtgesellschaft sowie auswärtige Menschen mit unterschiedlicher Expertise einladen. Im Rahmen der Nachgespräche kooperiert das Zimmertheater mit dem Institut für Rechtsextremismusforschung der Uni Tübingen. Unser besonderer Dank gilt hier Prof. Dr. Léonie de Jonge. Besetzung Marco: Paul Smollich Rui: Udo Rau Isabel: Christina Weiser Sara: Sophie Maria Scherrieble Antonio: Thomas Bockelmann Romeu: Malte Flierenbaum Regie: Tobias Schilling Ausstattung: Birgit Angele Dramaturgie: Dr. Stefan Tigges Technik: Mike Michelius, Alexander Schwab Verlag: Henschel Schauspiel Nachgespräche im Anschluss an die Vorstellungen von Catarina oder Von der Schönheit, Faschisten zu töten                                                                                                                                                                     Samstag, 24.10.: Dr. Martin Ulmer, Geschichtswerkstatt Tübingen, Jessica Reichert, Junge Geschichtswerkstatt Tübingen, und ein Vertreter der Young Guides Tübingen Freitag, 30.10.: Dr. Christopher Gohl und Dr. Bernd Villhauer,  Welt-Ethos-Institut Tübingen Samstag, 31.10.:  Vertreterinnen Omas gegen Rechts Donnerstag, 5.11.: Bühnenbildnerin und bildende Künstlerin. Zuletzt Leiterin des Studiengangs Kostümbild an der Universität der Künste Berlin und von 2004-2011 Professorin für Szenografie an der Staatlichen Hochschule für Gestaltung Karlsruhe und Rita Thiele, Dramaturgin und Theaterschaffende. (In Anwesenheit des Regisseurs Tobias Schilling) Freitag, 6.11.:  Prof. Dr. Léonie de Jonge, Professorin für Rechts-extremismusforschung, Institut für Rechtsextremismusforschung, Uni Tübingen. (In Anwesenheit des Regisseurs Tobias Schilling) Freitag, 13.11.: Dr. Sabine Volk, assoziierte Wissenschaftlerin am Institut für Rechtsextremismusforschung, Uni Tübingen Donnerstag, 19.11.: Prof. Dr. Annett Heft, Professorin für Rechts-extremismusforschung mit Schwerpunkt Medien und Öffentlichkeiten, Dr. Kilian Bühling, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Mareike Stürenburg, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Institut für Rechtsextremismusforschung, Uni Tübingen Freitag, 20.11.: Prof. Dr. Tanja Thomas, Lehrstuhl für Transformationen der Medienkultur, Medienwissenschaft, Universität Tübingen Samstag, 21.11.: Prof. Dr. Barbara Stauber, Professorin für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Sozialpädagogik, Institut für Erziehungswissenschaft, Uni Tübingen. (In Anwesenheit des Regisseurs Tobias Schilling) Donnerstag, 26.11.: Prof. Dr. Markus Rieger-Ladich, lehrt allgemeine Erziehungswissenschaft und engagiert sich im Institut für Rechtsextremismusforschung, Uni Tübingen. (In Anwesenheit des Regisseurs Tobias Schilling) Freitag, 27.11.: Prof. Dr. Philipp Theisohn, Professor für Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Zürich und Direktor des Zentrums für literarische Gegenwart: Um 19 Uhr Impulsvortrag; Nach der Vorstellung Nachgespräch (In Anwesenheit des Regisseurs Tobias Schilling) Donnerstag, 17.12.: Dr. Christopher Gohl, Dr. Bernd Villhauer, Welt-Ethos-Institut Tübingen